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Freitag, 1. Juli 2016

Der Augenblick lebt aus der Vergangenheit

Wenn ich denke, im Leben etwas erreicht zu haben, und ich mir einbilde, aus meiner eigenen Erfahrung gehandelt zu haben, schränke ich meine Fähigkeiten selbst ein. Dadurch verlasse ich den Boden der Realität. 


In Wirklichkeit erlebe ich mich nicht selbst in diesem Augenblick, sondern die Erfahrungen anderer.Ich bin eine Zusammenfassung von dem, was vergangen ist, und mein Handeln basiert auf gegebenen Erkenntnissen. Die Nachkommenden werden mich erleben, und ihr Handeln wird wiederum auf meinen Erkenntnissen basieren.


Der Mensch ist also eine Form von „Gegenwart“, welche vergangene Erfahrungen lebt. Mit seinem Leben fördert er Themen, welche seine Nachkommenden erleben werden. Er selbst wird sie nur in der Entwicklungsphase erleben, wird aber nicht in die Tiefe blicken können. 


Rennen die Pferde nicht mit dem Futter vom vergangenen Tag? Ehre diejenigen, die gehen, denn sie bereiten dich und dein Leben vor. Halte diesen Gedanken in deinem Herzen fest, er wird dir zeigen, wer du bist. Durch diese Erkenntnis wirst du kleine Dinge machen, um Größeres in Bewegung zu setzen.


Eine große Mauer besteht aus vielen kleinen Steinen. Es ist viel Arbeit, Schweiß und Zeit notwendig, um sie zu bauen. Zuerst musst du eine stabile Basis aufbauen, die Mauer braucht Stabilität. In der Luft gibt es keinen Platz für den letzten Stein auf der Mauer, wenn du nicht den ersten und die anderen unter ihn gelegt hast.

Mittwoch, 1. Juli 2015

Das Herbstblatt auf dem Wasser

Du solltest dich nicht bedienen lassen, du solltest dein eigener Diener sein. Du sollst alle Menschen auf deiner Augenhöhe ansehen – du bist weder besser noch schlechter als andere, du bist nur anders, weil du einmalig bist. Geh damit stetig einen Schritt weiter auf dem Weg deiner eigenen Entwicklung und mach dich zu einem besseren Menschen – heute besser als gestern.

Du solltest dich nicht beherrschen lassen, du solltest über dich selbst entscheiden können. Deine Aufgabe auf dieser Welt ist die, zu leben, wie du bist, mit dem Respekt für deine Mitmenschen. Niemand sollte dich besser kennen als du dich selbst. Wenn du dich nicht kennst, dann suche nach dir, danach finde dich und anschließend führe dich. Damit wirst du deinen Weg erkennen und begehen.

Du solltest kein Haus haben, denn dein Zuhause sollte immer dort sein, wo du dich befindest. Erkenne, wenn du dich irgendwo nicht zu Hause fühlst, und verlasse diesen Ort, weil dort nicht dein Zuhause ist. Mach dich so lange auf die Suche, bis du dich in deiner Umgebung wohl fühlst und mit ihr eins wirst.

Du solltest keine Familie haben, weil jeder zu deiner Familie gehören sollte. Wenn du deine Liebe einschränkst, verschwendest du positive Energie. Wenn du liebst, um geliebt zu werden, betreibst du ein Tauschgeschäft. Die universelle Liebe kennt keine Grenzen und keine Hautfarbe. Denn wahre Liebe ist selbstlos.

Schlafe unschuldig wie ein Kind, lass in deinen Augen das Licht der Güte erscheinen und lass dich treiben wie das Herbstblatt auf dem Wasser. Strebe nach dieser Erfahrung mit deinem gesamten Wesen und lebe jeden Tag danach. Dann wirst du wissen, was Weisheit ist und wie sie alle Menschen unterstützen kann.

Sonntag, 24. Mai 2015

Das wahre Gesicht der Probleme

Unter bestimmten Umständen haben wir die Tendenz, uns zu ärgern, weil wir dahinter Schwierigkeiten erkennen, die uns belasten. Diese Zustände bezeichnen wir als „Probleme“. Das Erste, was wir dabei übersehen, ist, dass wir Fakten aus einer bestimmten Perspektive betrachten: aus unserer. Anders betrachtet präsentieren sich veränderte Tatsachen. Plötzlich bietet sich eine Lösung an oder wir sehen eine neue Möglichkeit.
Im Erkennen der positiven Aspekte eines Problems steckt immer die Chance, sich zu entwickeln, besser zu sein als gestern.

Man kann sich entscheiden, nie Probleme zu haben, sondern nur Situationen, Aufgaben oder Engpässe, welche es zu bewältigen gilt.

Mittwoch, 20. Mai 2015

Wichtiges im Leben verpasst?

Viele von uns beklagen sich darüber, dass alles immer schneller geht. Die Entwicklung schreitet wie noch nie voran, man hat den Eindruck, dass neues Wissen beim Erscheinen bereits teilweise veraltet ist. Und wir wollen am besten alles Mögliche mitbekommen: die aktuelle Politik begreifen, um mitreden zu können, die neuesten Sportarten ausprobieren, nichts in der Freizeit verpassen, überall dabei sein ...

Wenn wir dann mit dem Rasen fertig sind, sind wir ausgepowert, es bleibt uns einfach nichts. Irgendwann verstehen wir dann (im schlimmsten Fall zu spät), dass wir nur funktioniert haben – und zwar nach den Erwartungen der anderen. Wir wollten eigentlich gutes Ansehen genießen. Und natürlich werden wir nie zugeben, dass wir alles falsch gemacht haben, uns gegenüber auch nicht.

Nicht alles tun, sondern nur das für uns Richtige – darauf kommt es an. Nicht nach Klischees handeln, sondern nach unseren eigenen Bedürfnissen. Und wenn sie bescheiden sind, ist das kein Grund, sich zu verstecken!

Sonntag, 26. April 2015

Gorin no sho – der Felskörper #9

Musashi schreibt:

Der Felskörper bedeutet, dass ein Meister der Kampfkunst urplötzlich wie ein Fels werden kann – unerreichbar und unerschütterlich. Das liegt an seinem absoluten Vertrauen zu sich selbst. [...]

Der beste Kämpfer, ein exzellenter Techniker oder ein besonders guter Lehrer wird als Meister der Kampfkunst angesehen. Die Kontinuität des Trainings und die Beschäftigung mit der eigenen Persönlichkeit über Jahre haben es ermöglicht, dass der Meister ein besonderes Wissen erreicht hat. Die Entwicklung findet nie linear statt, sondern vollzieht sich in verschiedenen Phasen mit Höhe- und Tiefpunkten – oft begleitet von dem Wissen, dass etwas Unfassbares fehlt. Eine große Meisterschaft kann auch schlagartig passieren. Wenn das der Fall ist, bedeutet es, dass der gewordene Meister nach Jahrzehnten der Suche auf seinem Weg endlich gefunden hat, was er lange vergeblich gesucht hat: Dies ist das blinde Vertrauen in seine eigenen Fähigkeiten.

Mittwoch, 18. März 2015

Eine begrenzte Sichtweise

Alt werden soll gelernt sein. Oft hat man Angst davor und meistens wird der Prozess als unangenehm empfunden – und diese Einstellung ist bereits in jungen Jahren teilweise vorhanden. Dabei gibt es eine entgegengesetzte Entwicklung, die gar nicht berücksichtigt wird: Biologisch altert zwar der Mensch, geistig aber entwickelt er sich immer weiter. Die Lebenserfahrungen in unterschiedlichen Facetten des Lebens sind ein gesammeltes Wissen, das den nicht mehr jungen Menschen bereichert. Einiges kann intensiver erlebt werden, wenn man es zulässt. Negative Situationen können mit mehr Gelassenheit als in jungen Jahren  bewältigt werden. Die eigenen Fähigkeiten können besser eingeschätzt und dosiert werden, weil man sich selbst besser kennt.

Ja, die allgemeine Meinung zu dem Thema berücksichtigt das biologische Voranschreiten, aber nicht das geistige Wachstum. Würde man beides auf die Waage legen, würde eine bessere Lebensqualität daraus resultieren.

Sonntag, 15. Februar 2015

Gesellschaftliche Zwänge

Mache ich wirklich das, was ich möchte, oder werde ich von gesellschaftlichen Zwängen getrieben?

Integration ist sehr wichtig, Freiheit auch. Eine gewisse Individualität, eine Einzigartigkeit kann sich erst dann entfalten, wenn man in der Lage ist, sich von der Masse abzuheben. Das ist förderlich für die eigene Kreativität, und wenn sie frei von Bindungen ist, ermöglicht sie ein vorbildliches Handeln, womit man die Mitmenschen begeistern kann.

Das Rezept ist einfach: Es reicht zu wissen, was man wirklich möchte und sich dabei selbst treu zu bleiben, ungeachtet von Konventionen.

Mittwoch, 18. Juni 2014

Erwartungen übertreffen

Meistens "funktionieren" wir nur im Leben. Wir erfüllen unseren Aufgaben, welche uns der Alltag bringt und das Leben geht einfach weiter, Tag für Tag. Möglicherweise machen wir uns keine Gedanken darüber, weil es einfach fließt und seine Bahn annimmt. Es kann aber passieren, dass dann eine Krise kommt und wir uns nach dem Warum fragen.

Wir können den Erwartungen, welche uns gestellt werden, gerecht werden, oder sie sogar übertreffen. Es gibt nicht nur eine Art ein guter Familienvater, ein guter Freund, oder ein guter Mitarbeiter zu sein. Mit etwas mehr Anspruch an sich selbst, was nicht viel Energie kosten muss, kann der Tag interessanter und das ganze Leben erfolgreicher werden!

Hilfreich ist, die unausgesproche Unzufriedenheit zu fokussieren, sie zu überdenken und Veränderungen dazu zu wagen. Das handeln über das Normale hinaus bereichert uns und wir können dadurch auch unsere Mitmenschen an unserer Bereicherung teilhaben lassen. Es ist eine Form des Glücks!

Sonntag, 23. März 2014

Hagakure – Scharf nachdenken #13

Im Hagakure steht:

"Ein altes Sprichwort lautet: 'Denke scharf nach und entscheide innerhalb von sieben Atemzügen.'  [...]"

Es ist sehr einfach einen Fehler zu begehen: Nicht entscheiden! Unentschlossenheit ist die beste Möglichkeit, Zeit zu verschwenden. Außerdem werden dadurch Unsicherheit und Charakterschwäche suggeriert.

Eine Entscheidung muss nicht spontan getroffen werden. Allerdings selbst die sogenannten "Bauchentscheidungen" basieren auf Erfahrungen, welche sich in unserem Unterbewusstsein befinden. So gesehen greift eine schnelle Entscheidung auf ein gewisses Wissen zurück.
Eine durchdachte Entscheidung ist als positiv einzustufen, solange sie sich nicht unnötig in die Länge zieht. Alle Optionen einer neuer Situation können nicht im Vorfeld sinnvoll abgewogen werden, alle Risiken auch nicht. Eine bewusste und zeitnahe Stellungnahme zeigt Charakterstärke.
Und wenn die Entscheidung sich im nachhinein als falsch herausstellt? Wenn Möglich, wieder von vorne anfangen, oder einfach mit den Konsequenzen leben. Denn schlimmer als sich nicht zu entscheiden, ist, die "Was-wäre-wenn"-Einstellung!

Selbst eine falsche Entscheidung nimmt den Druck weg und meist sind die Konsequenzen weniger schlimm als die ständige Unentschlossenheit oder die Angst etwas "falsch" zu machen. Aber sich nicht zu entscheiden ist wie zu verlieren ohne überhaupt gekämpft zu haben. Entscheidungen treffen und damit leben: Das ist Lebensqualität!

Sonntag, 2. März 2014

Hagakure – Das ewige lernen #12

Aufnahme: SKD – Bad Salzuflen
Im Hagakure steht:

"[...] Einmal tief darin, erkennt man im immerwährenden Wissen des eigenen, niemals vollendeten Könnens, dass für das Ausüben einer Kunst kein Ende existiert. So lebt der Meister sein Leben, sich seiner Unvollkommenheit bewusst, niemals mit seinen Fähigkeiten zufrieden, selbst an seinem allerletzten Tag nicht, weder eingebildet noch herablassend. [...]"

Man lernt nie aus! Das Gefühl zu haben "nicht angekommen zu sein", ist die beste Art zu wachsen. Die Versuchung sich etwas einzubilden, sobald man Anerkennung erhält, ist zu groß!
Daher es ist empfehlenswert stetig die eigene Einstellung zu pflegen, sich selbst geistig "klein" zu halten. In der Kampfkunst hilft es, auch als Fortgeschrittener, an Lehrgängen teilzunehmen. Nach dem Training das Dojo kehren. Sich über eine technische Korrektur – die eventuell von einen Schüler kommt – freuen und sich dafür zu bedanken. Neugierde behalten und in anderen Kampfkünste rein zu schauen (und als Schüler dabei zu sein), um sich auf den eigenen Weg weiter zu entwickeln. Die Möglichkeiten gehen nie aus. Dadurch entdeckt man immer wieder Neues, was das Feuer der Begeisterung am Leben hält!

Sonntag, 2. Februar 2014

Hagakure – Unzufriedenheit #10

Aufnahme: Nils Urbaniak
Im Hagakure steht:

"[...] Ein Mann, der mit seinen Ergebnissen sein Leben lang unzufrieden war, obwohl er von ganzem Herzen bis zu seinem letzten Atemzug übte, hat rückblickend sein Ziel erreicht. [...]"

Das streben nach Entwicklung, ist nichts anderes als eine kontinierliche Übung, um zu immer tiefgreifenderem Wissen zu gelangen. Heute besser zu sein als gestern und morgen weiter zu sein als heute, ist die beste Einstellung, um sein Horizont pausenlos zu erweitern.

Die Basis zu einer solchen Einstellung liefert die ständige Unzufriedenheit mit dem was man erreicht hat. Wenn man dabei beachtet, dieses Verlangen nicht als Wettbewerb gegen sich selbst, sondern unter den positiven Aspekt der Motivation zu sehen, ist dann das Bild vollständig.