Sonntag, 1. Januar 2017

Die höhere Ebene

Ein kräftiger und aggressiver Mensch, eine Krankheit, eine Situation, eine willkürliche Schwierigkeit ... es ist unwichtig, wer oder was der Gegner ist, die Vorgehensweise ist immer dieselbe:
  • Ruhe
  • Taktik
  • Entspannung
  • Handlung
  • Sieg
Das Verinnerlichen dieses Konzepts ermöglicht das Erreichen der nächsten Ebenen.

Die absolute Wahrnehmung

Es handelt sich um die Wahrnehmung von allem, nicht nur auf sinnlicher, sondern auch auf intuitiver Ebene.
Es ist die Fähigkeit, Informationen zu steuern, welche im Unterbewusstsein ankommen – also alle!
Viele von ihnen erscheinen uns nur relativ wichtig zu sein: In diese Falle sollten wir nicht tappen, alles hat einen Grund und ist daher sehr wichtig!

Wir sollten in jedem Augenblick des Tages voll anwesend sein. Eine kleine Unaufmerksamkeit erzeugt ein Loch, und schon ist die Gefahr einer schlechten Angewohnheit geboren: Die Abwesenheit der Gegenwart ist das Nichterleben des Augenblicks.

Dann folgen das Selektieren und danach das Kanalisieren. Das Unterscheiden von dem, was wir wollen, und dem, was wir nicht wollen. Damit formen wir aktiv unseren Charakter. 

An dieser Stelle ist Selbstkritik von primärer Wichtigkeit, um uns zu disziplinieren.
Am Ende kommen wir an: Der Kampf verliert komplett seine ursprüngliche Gewichtung, das Ego positioniert sich von Fall zu Fall an der richtigen Stelle, nie zu hoch! Und hier erscheint die Harmonie!

Es gibt keine Gewinner und keine Verlierer mehr. Es bleiben nur die friedliche Koexistenz, die Akzeptanz, der Respekt, die Demut, unabhängig davon, wer oder was der Gegner ist, weil er als solcher verblasst und verschwindet.

Donnerstag, 1. Dezember 2016

Die Lehre der Tiere

Wenn du nicht mehr wissen wirst, was die Angst vor dem Tod ist, wirst du nicht über den Tod siegen.
Wenn du nicht mehr wissen wirst, was Gier nach Erfolg ist, wirst du nicht erfolgreicher werden.
Wenn du nicht mehr Schuld in der Liebe empfinden wirst, wirst du dich nicht befreit fühlen.
Wenn du alles verstanden hast, was du immer wissen wolltest, wirst du nur den Tieren ähneln.

Die Tiere ignorieren schon immer diese Dinge. Daher leben sie im Augenblick. Das ist der Grund dafür, warum sie unkompliziert sind. Sie handeln nach ihrem Instinkt, ohne sich das Leben unnötig schwer zu machen, was wir Menschen ganz im Gegenteil gut können.

Der Mensch ist aus diesem Grund neidisch auf die Tiere, ohne dass er es zugibt – nicht einmal vor sich selbst. Um diese Eigenlüge zu verstärken, stuft er das instinktive Handeln der Tiere niedriger ein als die Handlung mittels Intellekt. Um seine Ansicht und seine Macht zu bestätigen, versklavt oder tötet er die Tiere.

Der Mensch mit seinem erhabenen Intellekt hat es geschafft, sich von der Natur zu distanzieren oder sie wegen ihrer einfachen und ewigen Freiheit für seine egoistischen Interessen zu nutzen. Er schränkt die Natur ein, verändert sie, überall wo er kann, bis sie rebelliert.    

Der weise Mensch nähert sich den Tieren und der Natur nicht.
Der weise Mensch liebt die Natur nicht.
Der weise Mensch ist die Natur.

Dienstag, 1. November 2016

Eine echte Perle behält immer ihren Glanz

Derjenige, der meint, wirklich alleine zu sein, soll sein Denken und Handeln hinterfragen. Mit Sicherheit ist er nie von allen anderen verlassen worden. Seine Einstellung zu den Situationen, die sich in seinem Leben ergeben haben – und die Reaktion darauf –, haben die anderen entfernt. Am Ende hat er sich selbst verlassen.

Eine falsche Person ist wie eine unechte Perle: Alle werden den edlen Koffer bewundern, der sie aufbewahrt. Wenn die Perle dann genauer betrachtet wird, werden einige Personen entdecken, dass sie nicht das ist, wofür sie gehalten wurde.

Die echte Perle kannst du in der Hand halten: Sie wird kein bisschen von ihrem Wert verlieren. Selbst verlassen und von Staub bedeckt, wird sie ihre wahre Schönheit behalten, und früher oder später wird sie auch ihren Glanz wiedererlangen. 

Der leidenschaftslose Mensch ist wie die Wüste: Wer nicht vermeiden kann, durch sie zu gehen, beeilt sich und deckt sich das Gesicht ab. Auch die Erinnerung an den Gang durch die Wüste wird nicht gerne behalten, und somit wird die Wüste den Menschen nie anziehen.

Der angenehme und fröhliche Mensch ist wie ein fruchtbares Tal: Dort gehen alle gerne hin. Auch die verbrachte Zeit im Tal ist reich an schönen Erinnerungen. Dadurch wird sie gerne ins Gedächtnis gerufen und davon wird immer wieder erzählt.

Samstag, 1. Oktober 2016

Gelegentliche Anwesenheit

Ein starker Wind hält nicht den ganzen Tag. Egal wie wuchtig seine Kraft ist, er wird schwächer werden und verschwinden. Ein großes Reich hält nicht so lange wie die Erde, die es unterdrückt. Die Stärke der Mächtigen wird sich eines Tages der Entschlossenheit der Regierten beugen. Ein großer Mann lebt nicht länger als seine richtigen Intuitionen. Gedankengut, Kreativität und Ideenreichtum leben – im Gegensatz zu ihren Schöpfern – unendlich.

Schau, wie alle Sachen sich im Laufe der Zeit abnutzen – Abnutzung ist unvermeidlich.
Beobachte, wie schnell sich alles verändert – Anpassungsfähigkeit ist notwendig.
Du möchtest gerne, dass schöne Dinge, die dein Leben bereichern, immer so bleiben, wie sie sind.
Entferne aus deinen Gedanken diese Illusion, dieser Wunsch wird unerfüllt bleiben.

Die menschlichen Intrigen sterben schon beim Entstehen, selbst wenn es nicht so aussieht.
Deine Faust erhebt sich mächtig und bedrohend, dabei fühlst du dich stark.
Was passiert aber, wenn du plötzlich die Hand öffnest?    

So sind die Dinge auf der Erde: vergänglich. Wenn du es verstehst, bist du reich, weil du nicht an Vergänglichem hängst und dadurch nicht dein Ego darauf aufbaust. Das gibt dir Freiheit und Weitsicht.

Die Dinge auf der Erde haben eine vorübergehende Anwesenheit. Sie verschwinden so schnell, wie ihre Ursache sich auflöst. Wir halten vieles für unveränderlich und ewig, deswegen leiden wir durch gedachte Ketten, die wir uns selbst anlegen, und hohe Mauern, welche wir selber in unseren Gedanken bauen. Es bleibt uns überlassen, die Ketten zu sprengen und die Mauern zu durchbrechen.

Donnerstag, 1. September 2016

Die Geschichte des Tausendfüßlers

Der Tausendfüßler genoss ruhig und glücklich sein Leben im Wald. Die Hornisse sah sich lange diesen Ausdruck von natürlicher Harmonie an, bis sie eines Tages zum Spaß sagte: „Es ist eine große Kunst, so viele Füße gleichzeitig zu bewegen und sie so zu koordinieren, dass du gehen kannst. Aber, sag mal, in welcher Reihenfolge bewegen sich deine Füße?“

Der Tausendfüßler hatte sich die Frage bis dahin noch nie gestellt. Er fing an zu überlegen, um selbst eine Antwort auf die Frage zu bekommen. Jetzt liegt er in einem Grab. Unbeweglich und verdutzt denkt er darüber nach, wie er sich vorwärtsbewegen soll. 

Er weiß nicht, dass er von einem Problem beherrscht wird, welches gar nicht existiert. Geblendet von seinem eigenen, aber sinnlosen Anspruch, welcher ihm keinen Vorteil und keine Verbesserung der Lebensqualität bringt, leidet er unter der Macht seiner eigenen Gedanken.    

Derjenige, der weise ist, weiß, dass es einfach ist, eine List zu erfinden. Die Gründe dafür sind unzählige, meistens herrscht der Neid. Und der Weise weiß auch, wie einfach es ist, der Spontanität zu widersprechen. Wo es keine Probleme gibt, werden gerne welche erdacht.

Der Weise erfindet keine Falle für alles, was die eigene Essenz spontan entwickelt. Er hatte lange gesucht, bis er sich selbst gefunden hat. Und er hat gelernt zu unterscheiden zwischen dem, was seine Augen sehen und dem, was sein Herz fühlt.

Montag, 1. August 2016

Liebe und Weisheit sind deine Freiheit


Man kann dich an den Hand- und den Fußgelenken fesseln, ohne im Geringsten die grüne und blumige Wiese deiner Phantasie einschränken zu können. Man kann dir die Augen verbinden, ohne die Sichtweise deiner Vorstellungskraft verhindern zu können.

Denke daran, dass die Gewalttätigen nur aufgrund ihrer eigenen Schwächen existieren, nicht aufgrund deiner Schwächen. Sie tolerieren deine Sanftmut nicht, deine Weisheit irritiert sie. Du bist für sie unerreichbar und dadurch machst du sie wütend. Auch wenn du nicht handelst, wirst du ihren Hass anziehen.  

Zuerst werden sie versuchen dich zu kaufen, danach dich einzuschüchtern. Du wirst sie durch ihre Niederträchtigkeit anschauen und sie werden wissen, wer das Sagen hat. Aus diesem Grund werden sie dich vernichten wollen.

Die Törichten wissen nicht, dass ignorieren oder sogar töten keine Lösung und gar nicht ein Auslöschen ist. So werden sie probieren, dich auf diese Art zu besiegen. Und so wirst du wandern. Du wirst aus der Sicht ihrer Augen verschwinden und in den Alpträumen ihrer Nächte erscheinen. Deine hinterlassene Lehre wird dich in denjenigen weiterleben lassen, die dasselbe suchen wie du. 

Der Weg der Harmonie ist nicht der leichteste und oft bringt er Niederlagen mit sich. Es sind aber nur Episoden, Hindernisse, welche deinen Weg kreuzen werden. Sie haben die Aufgabe dich zu stärken. Komm nicht vom Weg der Harmonie ab, denn am Ende wirst du dein wertvolles Ziel erreichen, was dich für alle Anstrengungen belohnen wird.

Freitag, 1. Juli 2016

Der Augenblick lebt aus der Vergangenheit

Wenn ich denke, im Leben etwas erreicht zu haben, und ich mir einbilde, aus meiner eigenen Erfahrung gehandelt zu haben, schränke ich meine Fähigkeiten selbst ein. Dadurch verlasse ich den Boden der Realität. 


In Wirklichkeit erlebe ich mich nicht selbst in diesem Augenblick, sondern die Erfahrungen anderer.Ich bin eine Zusammenfassung von dem, was vergangen ist, und mein Handeln basiert auf gegebenen Erkenntnissen. Die Nachkommenden werden mich erleben, und ihr Handeln wird wiederum auf meinen Erkenntnissen basieren.


Der Mensch ist also eine Form von „Gegenwart“, welche vergangene Erfahrungen lebt. Mit seinem Leben fördert er Themen, welche seine Nachkommenden erleben werden. Er selbst wird sie nur in der Entwicklungsphase erleben, wird aber nicht in die Tiefe blicken können. 


Rennen die Pferde nicht mit dem Futter vom vergangenen Tag? Ehre diejenigen, die gehen, denn sie bereiten dich und dein Leben vor. Halte diesen Gedanken in deinem Herzen fest, er wird dir zeigen, wer du bist. Durch diese Erkenntnis wirst du kleine Dinge machen, um Größeres in Bewegung zu setzen.


Eine große Mauer besteht aus vielen kleinen Steinen. Es ist viel Arbeit, Schweiß und Zeit notwendig, um sie zu bauen. Zuerst musst du eine stabile Basis aufbauen, die Mauer braucht Stabilität. In der Luft gibt es keinen Platz für den letzten Stein auf der Mauer, wenn du nicht den ersten und die anderen unter ihn gelegt hast.

Mittwoch, 1. Juni 2016

Die Kraft der Güte

Dein Auge beherrscht die Fähigkeit vieles zu erkennen, sowohl in der Nähe als auch auf große Entfernungen. Teilweise erscheint es dir sogar so, als ob es unendlich wäre. Dadurch hast du die Möglichkeit, die Welt in all ihrer Schönheit zu bewundern. Du hast das Gefühl, dein Auge kann alles sehen, nur sich selbst kann es nicht sehen.

Dein Schwert macht dich stolz und verleiht dir Selbstsicherheit. Es scheint mächtig zu sein. Es kann alles schneiden, du findest kaum etwas, was seiner großen Macht trotzen kann. Es gibt aber etwas, was dein Schwert sicher nicht machen kann: sich selbst schneiden. 

Deine Güte scheint eine unnütze Sache zu sein. Sie hat weder die Fähigkeit deines Auges, noch die Kraft deines Schwertes. Sie ist völlig unscheinbar. Was sie kann, ist zuerst kaum erkennbar. Doch deine Güte ist – anders als dein Auge – tatsächlich unendlich und dazu weit mächtiger als dein Schwert.

Deine Güte kann Nahrung für die anderen und gleichzeitig für dich selbst sein. Benutze sie jeden Tag mit Selbstverständlichkeit, wie du dein Auge verwendest. Setze sie mit Entschlossenheit und Kraft ein, wie du dein Schwert gebrauchst.

Öffne dich ihrer Lehre gegenüber, und lerne die Freude der Selbstlosigkeit.
Niemand kann den anderen etwas antun, ohne sich selbst etwas anzutun.
Deine Güte lehrt dich die Freude des Gebens, ohne etwas im Gegenzug zu erwarten – wenn du es zulässt. Wenn du Böses tust, tust du dir Böses an, wenn du Gutes tust, wirst du dir selbst auch Gutes antun.

Sonntag, 1. Mai 2016

Die Güte verwirrt die Weisheit

Absolute Schönheit kann nicht definiert werden, sie existiert außerhalb jeder Beschreibung. Und sie kann auch nicht besessen werden. Derjenige, der weise ist, liebt das Schöne, ohne es zu besitzen – er lebt es einfach. Er definiert nicht Dinge und Geschehnisse nach dem, was sie sein sollten, sondern nach dem, was sie sind. Er erkennt das Schöne, auch wenn es sich nicht offensichtlich zeigt.

Genau so geht der Bildhauer vor. Es entdeckt zuerst die versteckte Schönheit im Stein. Dann beginnt er mit seinen Werkzeugen den Stein von allem, was nicht der Wahrheit entspricht, die er sucht, zu befreien. In seiner Arbeit geht er auf, indem er fühlt. Nicht seine Hände enthüllen das Gefühlte – sie sind nur seine Werkzeuge: Sein Herz ist am Werk.

Derjenige, der weise ist, lässt sich immer Zeit für sein Vorgehen. Er macht eine Sache nach der anderen, auch wenn er weiß, dass im Universum alle Dinge gleichzeitig geschehen. Er vergleicht sich nicht und setzt sich nicht unter Druck. Auch bei Abgabeterminen hat er die Zeit, die er benötigt, weil er sich an die Zeit anpasst. Damit gestaltet er den Rhythmus, den sein Werk zum Entstehen benötigt.

Seine ständige Suche ist die Güte. Er macht sie zu seiner Anziehungskraft. Er weiß, dass der Weise den Narren durcheinanderbringt, obwohl er nicht das Bedürfnis hat, es auszunutzen. Er weiß aber auch, dass der Gütige wiederum den Weisen durcheinanderbringen kann. Und auch der Gütige lässt zu, dass der Weise seinen Rhythmus findet, um es zu verstehen.

Die Wahrheit, die Weisheit ist, ist ein Wagen, der, um sich zu bewegen, von der Güte gezogen werden muss. Und auch die Güte untersteht dem Gesetz des Rhythmus. Der Weise, der gütig ist, hat sich bemüht, das Geheimnis seines eigenen Rhythmus zu enthüllen.

Freitag, 1. April 2016

Die Ernte

Wenn du dich in einer unangenehmen Situation befindest, dann setzt du deine Energie ein, um wieder in einen angenehmen Zustand zurückzukehren. Du versuchst, die Situation durch eine Veränderung zu lösen. Achte dabei darauf, wohin du deine Aufmerksamkeit lenkst. Bemühe dich, alles in dir zu lösen. Erst danach – nachdem du die Situation mit dir selbst bereinigt hast – kannst du dich nach außen wenden.

Wenn du nicht glücklich bist, sind weder diejenigen, die dir nicht helfen, noch diejenigen, die dich ablehnen Schuld daran. Genauso wenig verantwortlich dafür ist deine Armut. Der Reichtum anderer soll ebenso wenig deinen geistigen Zustand beeinträchtigen und dich unglücklich machen. Wenn du nicht glücklich bist, ist das allein deine Schuld.

Es gibt Menschen, die glücklich sind, obwohl sie das Doppelte deiner Sorgen haben. Andere wiederum besitzen die Hälfte deines Eigentums und sind auch glücklicher als du. Wenn du dich bemitleidest, wirst du immer in einer Spirale der Unzufriedenheit gefangen bleiben und stetig weiter nach unten sinken. Die erste Unzufriedenheit zieht die nächste nach sich. 
 

Wenn du nach vorne schaust, um zu entdecken, was du nicht hast, wirst du immer etwas finden, was dir gerade fehlt. Wenn du die Weisheit besitzt nach hinten zu schauen, wirst du entdecken, was du bereits hast. Wenn du nicht glücklich bist, trägst du ganz allein die Verantwortung dafür.

Weise und glücklich ist derjenige, der, nachdem er auf dem Feld hart gearbeitet und nur einen halben Sack Reis geerntet hat (weil die Ernte des Jahres nicht so gut ausgefallen ist), erzählt, dass er einen halb vollen Sack hat. Du bist traurig und deprimiert, weil du denkst, dass dein Sack halb leer ist und die Natur dafür die Verantwortung trägt.

Dienstag, 1. März 2016

Was sind Grenzen?

Du gehst durch dein Leben und gelegentlich fragst du dich was du machst, oder vielleicht auch nicht. Eine Pause würde dir gut tun. Sie würde dir helfen dich zu verstehen, ob du dabei bist, wenn du eine Entscheidung triffst oder nicht. Du hast Grenzen, die dir nicht bewusst sind. Hast du dich aber schon gefragt, was Grenzen sind? Und was sind Schmerzen, Einschränkungen, Zwänge, Pflichten?

Ohne, dass du dabei bist, baust du deinen eigenen Käfig in dem du lebst und dich wohl füllst. Damit sperrst du deine Freiheit ein, ohne dass du es mitbekommst. Dabei stirbt deine Kreativität, die Fähigkeit, dich zu entfalten und die Chance dein wahres Können aus dir nach außen zu holen. Dann funktionierst du einfach nur noch.

Der Zen-Gedanke „Ohne Absichten, ohne Ziele“ ist ein Weg, den Käfig zu erkennen und aus ihm zu entkommen. Durch diese Zen-Einstellung lernst du durch dein Käfig durchzugehen, du brauchst nicht mal die Tür aufzumachen. Du verstehst ihn zu ignorieren, zu löschen, du verabschiedest dich von deinen mentalen Einschränkungen.

Du trainierst ständig deine eigenen Grenzen durch deine Rationalität. Sie ist der Gegner, den du zu besiegen hast, wenn du die wahre Freiheit genießen willst. Also, verlasse deine Absichten, etwas erreichen zu wollen, wandere mit deinen Gedanken mal ohne ein Ziel zu haben. Deine Absichten und Ziele lassen zu, dass du nur das erreichst, was du verstehen kannst.

Grenzen, Schmerzen, Einschränkungen, Zwänge, Pflichten ... alles beginnt im Kopf. 
Verabschiede dich von deinem selbstgebauten Käfig, habe den Mut dazu. Stell dich in Frage, entdecke deine Schwächen und deine Stärken und erkenne dadurch wer du bist. Dann wirst du wissen, was du wirklich willst.

Montag, 1. Februar 2016

Lebe das Geschenk des Lebens

Der Mensch kommt auf diese Welt und beginnt damit seine unbekannte Reise. Wie lange er hier bleibt, weiß er nicht. Seine Uhr wird unaufhörlich ticken, bis er wieder gehen wird.
Willst du wissen, wie lange deine Existenz ist? Wie viele Jahre hast du gelebt? Macht dich die Frage neugierig, wie viele Jahre dir noch zu leben bleiben?

Geh zu den Tauben und klatsche stark in die Hände. Das Klatschen deiner Hände – verglichen mit der Unendlichkeit der Zeit – verrät dir, wie viel du schon gelebt hast.
Die meisten Tauben werden wegfliegen. Die anderen, die bleiben, entsprechen der Menge an Zeit, die dir noch zum Leben übrig bleibt – verglichen mit der Weite des Himmels.

Verzweifle nicht an der unmessbaren Antwort, die du bekommen kannst. Es gibt Menschen, die schon gestorben sind, und andere dagegen, die nie geboren wurden. Weitere wiederum haben nie gelebt, obwohl sie schon lange Bewohner dieser Welt sind.

Viele haben Angst, sich zu verabschieden, die Reise in das Ungewisse macht sie schwach und vernebelt ihre Gedanken. Das macht sie abwesend in ihrer Existenz. Dabei macht erst der Tod das Leben interessant und bereichert es mit Zielen und Ergebnissen. Ohne ihn würde nichts einen Wert haben, alles wäre oberflächlich. 

Nimm das Geschenk des Lebens nicht als selbstverständlich an, genieße es. Liebe und lebe dein Leben. Es ist nur wertvoll und lebenswert, wenn du es nicht vergeudest. Meere, Berge, Sonnenuntergänge, silberne Morgendämmerungen, Tage voller Liebe wären sonst Gefängnisse mit doppelten Mauern, welche du mit deinen eigenen Händen bauen würdest.

Freitag, 1. Januar 2016

Die Koexistenz von Stärken und Schwächen

Laut Naturgesetz sind Veränderungen, Widersprüche und Extreme notwendig, um das Gleichgewicht im Laufe der Zeit zu erhalten. Dasselbe gilt auch für Stärken und Schwächen.
Warum in der Natur Stärken und Schwächen existieren müssen?
Weil sowohl Stärken als auch Schwächen nicht absolut sind.

Das Feuer ist stark, sagst du. Es kann eine mächtige, hunderte Jahre alte Eiche zerstören, obwohl ihr Holz sehr stark ist. Das geschmeidige Wasser aber kann das Feuer besiegen, doch nicht das starke Holz der Eiche. Also fragst du dich, ist das Wasser stark oder schwach? Eines ist klar: Diese beiden Eigenschaften sind Bestandteil des Wassers.

Jede Kraft ist wie der befürchtete Zyklon: Sie beginnt mit einer sanften Brise und endet mit einer Brise. Jede Kraft befindet sich zwischen zwei Schwächen, bevor sie ihre volle Energie erreicht hat. Sie untersteht dem Rhythmus der Veränderung und trägt in sich Extreme. Außerdem unterliegt sie dem Gesetz des Widerspruchs: Sie kann Leben hervorbringen und auch vernichten.

Wenn du das Eisen mit deinen Händen biegst, sei nicht stolz auf deine Kraft. Gestern hat dich ein verschlucktes Reiskorn bis zum Sonnenuntergang husten lassen. Übersieh deine Schwächen nicht!
Heute kann dich etwas vom Wind getragener Staub in deinen Augen zum Weinen bringen, bis du den Himmel nach Gnade anbettelst.

Genieße deine Stärken und respektiere deine Schwächen. Beide zusammen sind deine Lebensbegleiter. Wenn du sie im Gleichgewicht hältst und dich nicht vom Anschein des  Erfolgs blenden lässt, trägst du die Weitsicht in dir, mit der du dich entwickelst, ohne dass du dir selbst im Weg stehst. Erkenne die Energie aus der Koexistenz der Extreme.  

Dienstag, 1. Dezember 2015

Eine Münze hat immer zwei Seiten

Manchmal hast du in deinem Leben wichtige Entscheidungen getroffen. Dabei, unter bestimmten Umständen, haben sich deine Bestimmungen teilweise als gut erwiesen. In anderen Situationen, bei anderen Umständen, bist du den falschen Weg gegangen und hast Negatives erzeugt, ohne es zu wollen. Dabei hast du dich unwohl gefühlt und du hast von dir gedacht, dass du ein schlechter Mensch bist.   

Wenn du eine Münze betrachtest, die im hellen Licht liegt, glänzt sie und sie zeigt dir ihre schön gestaltete Oberfläche. Dadurch sieht sie gut aus. Wenn du die Münze drehst, siehst du die andere Seite, die unten lag. Vielleicht lag sie lange auf einer schmutzigen Fläche und deswegen glänzt diese zweite Seite nicht mehr. Das Relief zeigt Zahlen und hat Ornamente, welche nicht so schön sind wie auf der anderen Seite. Diese Seite der Münze erfüllt einfach einen praktischen Zweck.     

Beide Seiten der Münze sind gut und erfüllen ihre individuellen Aufgaben. Nur die eine ist hell, weil sie eine Lichtquelle zum Glänzen brachte, die andere glänzt nicht, weil sie im Dreck lag – keine Seite der Münze ist schlecht. Auch in dir gibt es nichts Böses! Zwei Seiten von dir treffen nur Entscheidungen, welche in verschiedene Richtungen gehen können. 

Du passt dich an deine Gesellschaft an und versteckst das, was allgemein für negativ gehalten wird. In einer anderen Gesellschaft würdest du möglicherweise andere Eigenschaften von dir verstecken. Das Spiel ist eine Anpassung an die allgemeinen Regeln. Das leitet deine Entscheidungen. Dabei bist du der Verlierer: Du verlierst deine Identität als Gesamtbild.

Du sollst dir selbst gefallen und dich lieben, so, wie du bist! Wenn bei dir ein Gefühl aufkommt, sollst du es leben, selbstverständlich mit Rücksicht auf die anderen. Wenn das Gefühl Aggressivität oder Direktheit beinhaltet, ist es nicht negativ und es ist nicht böse. Du entscheidest situationsbedingt. Eine Münze hat immer zwei Seiten: Beide Seiten sind gut!

Sonntag, 1. November 2015

Steine und Metalle, die wirklich wichtig sind


Du hast bestimmt gehört, dass man von Metallen, aus denen Ketten und Ornamenten sind, sagt: „Diese Metalle sind kostbar.“
Gehört hast du das ebenfalls auf gewisse Steine bezogen: „Dies sind kostbare Steine“.
Das ist einschränkend und du brauchst diese Lügen nicht zu glauben.

Du weißt genau, dass Kostbares nicht unbedingt glänzen muss. Kostbar ist das Metall, welches die Bretter deines Bootes nagelt.
Genauso kostbar ist das unverzichtbare Metall deines Pflugs, der dich dabei unterstützt, die tägliche Nahrung für dich und deine Familie zu erzeugen.

Ein wirklich kostbarer Stein ist oft unscheinbar. Der Stein, der deine Sichel schleift, die du für die Ernte brauchst, hat für dich einen sehr hohen Wert.
Und kostbar ist auch der Felsblock, der auf deinem Feld liegt, auf dem du nach der Arbeit sitzt, um dich auszuruhen und dabei zu essen.

Sei achtsam, übersieh nicht, was auch im Laufe der Zeit für dich wirklich wichtig ist. Dein ständiges Erschaffen macht dich selbst wertvoll. Gegenstände, die materiell kostbar sind, können deinen Charakter verderben und dich in jemand umwandeln, der du heute nicht sein möchtest. Deine eigene Veränderung würdest du selber möglicherweise zu spät wahrnehmen.
  
Erkenne die Macht der Versuchung und habe Respekt davor. Wenn Schlamm aus Gold wäre, würden viele Menschen nicht zögern, sich für eine Handvoll Schlamm gegenseitig abzuschlachten.






Donnerstag, 1. Oktober 2015

Wenn du gehen sollst, dann geh!


Wenn jemand zu dir sagt: „Es wird Schlechtes über dich erzählt. Dein Name gerät in Verruf, du wirst selbst bald davon erfahren und die Konsequenzen tragen“, solltest du nicht deine Hand an den Griff deines Schwertes bringen. Dadurch würdest du im besten Fall so viel verändern, dass es dich nur noch mehr schädigen würde.

Stattdessen ziehe dich zurück, rolle deine Matte aus, setze dich bequem hin und meditiere. Schaffe Abstand zwischen negativen Gefühlen, welche deinen Geist und dein Dasein durchdringen könnten. Halte deine Gedanken klar – du wirst erkennen, dass diejenigen, die es nötig haben, Negatives zu verbreiten, unglücklich in ihren Leben sind.

Wenn jemand zu dir sagt: „Wir haben entschieden, dass du gehen sollst, weil wir dich hier nicht mehr haben wollen“, fange nicht an darüber zu diskutieren. Drohe auch nicht, weil du nicht mehr akzeptiert wirst – dadurch machst du dich auch nicht beliebter und bekommst auch nicht mehr Ansehen.

In diesem Fall rolle einfach deine Matte zusammen und lege sie unter deinen Arm. Geh, wage und suche, bis du einen Ort gefunden hast, an dem du dich wohl fühlst und gerne angenommen wirst. Deine Fähigkeiten, egal wie unscheinbar sie auch sein mögen, werden geschätzt und du wirst dich wieder zu Hause fühlen.

Dort wird dir niemand verbieten, die Morgendämmerung und den Sonnenuntergang anzuschauen oder zu geben und zu nehmen, zu lieben und zu meditieren – dort wird deine neue Heimat sein, in der du wieder dein Leben lebenswert machen wirst.

Dienstag, 1. September 2015

Der leuchtende Mond

Nachts, wenn du den Himmel anschaust, siehst du den Mond, der durch seine Lichtreflexion dir ermöglicht, deine Umgebung in der Dunkelheit zu erkennen. Dann siehst du die Sterne, die ein schönes Bild vom Himmel geben. Und du genießt das Ganze. Denke dabei nicht, dass der Mond wichtiger sei als die Sterne, nur weil er dir größer und leuchtender erscheint.


Du nimmst den Mond so wahr, wie du ihn siehst, nur weil er näher bei dir ist. Es braucht nicht viel, um ihn verschwinden zu lassen. Schließe ein Auge und halte dabei den Daumen vor dein offenes Auge und schon siehst du ihn nicht mehr. Seine Größe und seine Präsenz sind durch eine kleine Geste relativiert.

Dagegen kannst du die Sterne nicht so einfach verschwinden lassen. Sie bedecken den ganzen Himmel und lassen sich durch dieselbe kleine Geste nicht ausblenden. Dafür musst du schon beide Augen schließen.

Denke daran: Halte dich nicht für den Mond. Die Vorstellung deiner gedachten Größe ist eine Illusion. Es braucht viel weniger, als du meinst, damit sie einfach verschwindet. Und plötzlich zählst du nichts mehr.

Denke daran: Du bist ein Stern unter vielen. Was du dir immer vor Augen halten sollst ist, dass jeder ein Bestandteil von dir ist. Und ein bisschen von dir wiederum, befindet sich in jedem.

Montag, 10. August 2015

eBooks: Wer willst du sein?

Im Juli vergangenen Jahres erschien das eBook "Wer willst du sein?" mit den ersten 100 Einträge aus diesem Blog.
Ergänzend dazu ist jetzt das zweite eBook erhältlich:
www.budo-books.com/de/Digitales/eBooks/Wer-willst-du-sein-2.html
Diese Ergänzung vervollständigt die Blog-Einträge bis zur Veränderung auf das neue Konzept, welche seit vergangenen Juli der erste Grundgedanke ersetzt hat.

"Wer willst du sein?" ist hier erhältlich: Amazon, Apple, Google, Kobo.
"Wer willst du sein? 2" ist hier erhältlich: Amazon, Apple, Google, Kobo.


Samstag, 1. August 2015

Der Triumph der Wahrheit

Gutes erscheint nur schwer am Leben bleiben zu dürfen. Etwas Gutes ist die Wahrheit. Und somit jedes Mal, wenn eine Wahrheit triumphiert, übertreibt der Mensch sie durch ihr Weitergeben und verändert sie durch seine Erzählungen so lange, bis sie zur Lüge wird. Dadurch verschwindet die darin enthaltene positive Energie. Sie wird verdrängt von Empfindungen, welche meistens egoistische Absichten in sich tragen.

Der Weise spricht nicht über Wahrheit, er lebt sie in der Einfachheit ihres Daseins – ohne etwas zu ergänzen oder etwas wegzulassen. Er erzwingt weder Ereignisse noch Lösungen. Er gibt scheinbar kleinen Dingen große Gewichtung und dagegen beachtet er kaum Dinge, die groß erscheinen – er lässt sich von äußeren Erscheinungen nicht täuschen.

Um die Wahrheit zu finden, untersucht er nicht, wie die anderen – die handeln –, denn er analysiert nicht, sondern wählt nach den Erfahrungen der Vergangenheit und aus dem Gefühl der Gegenwart. Damit verfolgt er den Weg des Nichtdenkens.

Seine Entscheidungen können in die entgegengesetzte Richtung fallen, zu seiner irdischen Vergnügung und zu seinen Interessen. Mit diesem Bewusstsein erzeugt er die Freude der Reinheit in seinem Herzen. Dadurch ist ihm das Gefühl der Untreue nicht bekannt. Seine Vorgehensweise entsteht dadurch, dass er die Unschuld eines Kindes nie verlassen hat.

Derjenige, der weise ist, begrüßt die Wahrheit, gibt sie weiter und lebt sie durch Güte. Ihm liegt der Gedanke des Profits fern. Gegen Ende seines Lebens, langsam müde geworden vom Erlebten, kann er in Gedanken mit einem Lächeln auf seine Vergangenheit zurückblicken, wohlwissend, dass er durch seine Taten keine Reue empfinden wird.

Mittwoch, 1. Juli 2015

Das Herbstblatt auf dem Wasser

Du solltest dich nicht bedienen lassen, du solltest dein eigener Diener sein. Du sollst alle Menschen auf deiner Augenhöhe ansehen – du bist weder besser noch schlechter als andere, du bist nur anders, weil du einmalig bist. Geh damit stetig einen Schritt weiter auf dem Weg deiner eigenen Entwicklung und mach dich zu einem besseren Menschen – heute besser als gestern.

Du solltest dich nicht beherrschen lassen, du solltest über dich selbst entscheiden können. Deine Aufgabe auf dieser Welt ist die, zu leben, wie du bist, mit dem Respekt für deine Mitmenschen. Niemand sollte dich besser kennen als du dich selbst. Wenn du dich nicht kennst, dann suche nach dir, danach finde dich und anschließend führe dich. Damit wirst du deinen Weg erkennen und begehen.

Du solltest kein Haus haben, denn dein Zuhause sollte immer dort sein, wo du dich befindest. Erkenne, wenn du dich irgendwo nicht zu Hause fühlst, und verlasse diesen Ort, weil dort nicht dein Zuhause ist. Mach dich so lange auf die Suche, bis du dich in deiner Umgebung wohl fühlst und mit ihr eins wirst.

Du solltest keine Familie haben, weil jeder zu deiner Familie gehören sollte. Wenn du deine Liebe einschränkst, verschwendest du positive Energie. Wenn du liebst, um geliebt zu werden, betreibst du ein Tauschgeschäft. Die universelle Liebe kennt keine Grenzen und keine Hautfarbe. Denn wahre Liebe ist selbstlos.

Schlafe unschuldig wie ein Kind, lass in deinen Augen das Licht der Güte erscheinen und lass dich treiben wie das Herbstblatt auf dem Wasser. Strebe nach dieser Erfahrung mit deinem gesamten Wesen und lebe jeden Tag danach. Dann wirst du wissen, was Weisheit ist und wie sie alle Menschen unterstützen kann.